"Seelisch gesund groß werden"

Prävention psychischer Störungen im Kindesalter

TU Braunschweig, Dienstag, 06. Oktober 2009


Gesundheit ist das wichtigste Gut des Menschen. In der modernen Welt wird Gesundheit zunehmend durch psychische Erkrankungen und Fehlanpassungen bedroht. Depressionen, Angst- und Suchterkrankungen gehören schon heute in den Industrienationen zu den häufigsten Ursachen für Erwerbsunfähigkeit und vorzeitige Sterblichkeit. Dies zeigt auch die dramatische Zunahme der Invaliditätsrenten und krankheitsbedingten Fehltage infolge psychischer Erkrankungen. Nach Hochrechnungen der Weltgesundheitsorganisation werden bereits im Jahr 2020 Depressionen weltweit die zweithäufigste Ursache für Erwerbsunfähigkeit und vorzeitige Sterblichkeit sein. Lediglich Herz-Kreislauferkrankungen werden diesen "Rekord" übertreffen. Neben den psychischen Störungen stellt der Zusammenhang zwischen Jugendgewalt, Medienkonsum und Übergewicht eine ernste Herausforderung dar. Der Erhalt der psychischen Gesundheit stellt daher die grosse gesellschaftliche Aufgabe unseres Jahrhunderts dar.

Ungefähr 30-40 % aller Kinder und Jugendlichen leiden im Verlauf ihrer Entwicklung unter einer psychischen Störung. Somit sind psychische Erkrankungen in dieser Altersphase nur unwesentlich seltener als im Erwachsenenalter. Zudem ist heute klar, dass psychische Störungen bei einem Grossteil der Kinder bis in das Erwachsenenalter bestehen bleiben und anders als früher vermutet nicht nur "Entwicklungsexzesse" sind. Es besteht ein dringender Bedarf nach flächendeckender Umsetzung von wissenschaftlich überprüften Programmen zur Förderung der seelischen Gesundheit von Kindern. Neben dem individuellen Leid, die psychische Erkrankungen für das Kind und die Familie bedeuten, sind es auch die Anforderungen einer alternden Gesellschaft, die eine Hinwendung zu Kindern unabdingbar machen. Denn die Hochrechnungen sind eindeutig: Der Anteil junger Menschen in unserer Gesellschaft wird immer kleiner. Immer weniger Kinder müssen immer mehr Anforderungen erfüllen, um die Lasten einer alternden Gesellschaft erfolgreich zu bewältigen. Nur starke und gesunde Kinder können diese Herausforderung meistern.

"The international health community is concerned about the mental health status of our young...it is a time bomb that is ticking and, without the right action now, millions of our children growing up will feel the effects"
Dr. Hans Troedsson, 2005, former WHO Director for Child and Adolescent Health


Ziel der Veranstaltung
  • Sensibilisierung für das Thema Frühprävention und Kinder in schwierigen Lebenslagen
  • Austausch zwischen Forschung und gesundheits-/erziehungspolitischen Entscheidungsträgern
  • Input geben für gesundheitspolitische Strategien in der Frühprävention

Inhalte
  • Fachtagung: Wissenschaftler der Disziplinen "Klinische Kinder- und Jugendpsychologie", "Kinder- und Jugendpsychiatrie" tragen zum Thema vor
  • (Vorträge à 30 Minuten)
- Häufigkeit psychischer Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen
- Missbrauch und Vernachlässigung von Kindern
- Programme zur Förderung psychischer Gesundheit bei Kindern
- Prävention aus internationaler Sicht
- Umsetzbarkeit von Prävention
  • Podiumsdiskussion mit Wissenschaftlern, Politikern und gesundheitspolitischen Entscheidungsträgern zum Thema


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